Sich öffnen ins Leben

Hospizgruppe Werne e.V.

 

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Anregungen

für Danksagungen, Anzeigen und Kondolenzbriefe

 

 

Im Arm bei Dir

 

Steht der Tod vor meiner Tür

bist Du dann wohl bei mir?

Ich wär‘ so gerne hier

im Arm bei Dir!

 

Du warst mein Leben, mein Glanz und mein Glück.

Zu Dir kam ich stets gern zurück.

Du warst mein Hafen, mein Weg und mein Ziel.

Ich bekenne voller Demut: ich verdank Dir so viel!

 

Wenn ich dann gehen muss,

gib mir noch einen Kuss.

Ich wär‘ so gerne hier

im Arm bei Dir!

 

Höhen und Tiefen haben uns geeint,

das Leben hat’s wohl gut mit mir gemeint.

Kummer und Sorgen hast Du für mich fortgeweht.

Du bist der Mensch, der mich liebt und versteht!

 

Wenn ich dann von Euch geh‘,

tut mir der Abschied weh.

Ich blieb so gern noch hier

im Arm bei Dir!


(M: T. Waits/T: P.Gremme)




Ein Leben nach dem Tod

 

Glauben Sie, fragte man mich,

an ein Leben nach dem Tode?

Und ich antwortete: Ja!

Aber dann wusste ich keine Auskunft zu geben,

wie das aussehen sollte ...dort.

 

Ich wusste nur eines:

keine Hierarchie von Heiligen,

auf goldenen Stühlen sitzend.

Kein Niedersturz verdammter Seelen.

Nur...

 

Nur Liebe,

frei gewordene,

niemals aufgezehrte,

mich überflutend.

 

Kein Schutzmantel,

starr aus Gold,

mit Edelsteinen besetzt.

 

Ein spinnwebenleichtes Gewand,

ein Hauch Schultern,

Liebkosung,

schöne Bewegung

wie einst von tyrrhenischen Wellen,

wie von Worten, die hin und her,

Wortfetzen...

Komm, Du, komm...

 

Schmerzweb, mit Tränen besetzt

Berg- und Talfahrt,

und Deine Hand

wieder in meiner.

So lagen wir, lasest Du vor,

schlief ich ein,

wachte auf,

schlief ein,

wachte auf.

 

Deine Stimme umfängt mich,

entlässt mich,

und immer so fort...

 

Mehr also, fragen die Frager,

erwarten Sie nicht nach dem Tode?

Und ich antworte: Weniger nicht!

 

(Marie-Luise Kaschnitz)

 

 

 

 

 

 

 

Was wir ausstrahlen in die Welt,

die Wellen, die von unserem Sein ausgehen,

das ist es, was von uns bleiben wird,

wenn unser Sein längst dahingegangen ist.

( Viktor E. Franke)

 

 

Einen Menschen lieben heißt:

ihm sagen: Du wirst nicht sterben.

(Gabriel Marcel)

 

 

Du bist nicht tot, Du wechselst nur die Räume. 

Du lebst in uns und gehst durch unsere Träume.
(Michelangelo)

 

 

Das kostbarste Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unseren Herzen zurückgelassen hat.
(Irmgard Erath)

 

 

Der Tod kann auch freundlich kommen zu Menschen, 

die alt sind,

deren Hand nicht mehr festhalten will,

deren Augen müde wurden,

deren Stimme nur noch sagt:

Jetzt ist es genug. Das Leben war schön.

 

 

Einschlafen dürfen,

wenn man das Leben nicht mehr selbst gestalten kann,

ist der Weg zur Freiheit.

 

 

Wenn die Kraft versiegt,

die Sonne nicht mehr wärmt,

der Schmerz das Lächeln einholt,

dann ist der ewige Friede eine Erlösung.

 

 

Dass dort, wo du hingegangen bist,

kein Leid mehr dich beschwere,

keine Angst auf dir laste

und du satt werdest an allem, 

wonach du hier gehungert hast,

dass du die wiederfindest, die du verloren hast auf dieser Erde,

und auch wir uns eines Tages wiedersehen,

diese Hoffnung soll unsere Tür offen finden.

 

 

Denk dir ein Bild. Weites Meer.

Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die offene See.

Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird.

Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.

Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen.“

Ein anderer sagt:“ Es kommt.“

Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts anderes als die Grenze unseres Sehens.

Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wieder zu sehen.

 

 

Du hast die Leinen losgelassen,

einen Strich gezogen und

das Ruder gedreht, vom Hafen

hinaus auf das offene Meer.

 

Nun siehst du Wolken und Meer,

hast den Funk abgestellt,

denn du brauchst ihn nicht mehr.

Dafür bist du jetzt frei.

 

 

Auf deiner Reise in das ewige Licht denken wir an dich.

(RN 20.10.2004)

 

 

Der Mensch geht.

Aber er lässt uns seine Liebe,

seine Heiterkeit,

seinen Ernst,

seine Weisheit,

er lässt uns seinen Geist zurück.

Mit diesem lebt er unter den Seinigen weiter,

helfend und tröstend.

 

 

Wenn ein Mensch geht,

lässt er alles Irdische zurück.

Nicht die Dinge haben seinem Leben Wert gegeben,

sondern die Liebe, die er empfangen und ausgeteilt hat.

Sie bleibt.

 

 

Der Tod ist ein Mantel,

in den Gott uns einhüllt

und zu sich nach Hause trägt.

(Traugott Giesen, Pfarrer auf Sylt i.R.)

 

 

Möge der, welcher

„VATER UNSER“ für die Christen ist,

„JEHOVA“ für die Juden,

„ALLAH“ für die Muselmanen,

„AHURA MAZDA“ für die Zarathustrier,

„AARHAT“ für die Dschainas,

„BUDDHA“ für die Buddhisten,

„BRAHMA“ für die Hindus,

möge dieses allmächtige und allwissende Wesen,

das wir alle als GOTT anerkennen,

den Menschen den Frieden geben

und unsere Herzen in einer geistigen Brüderschaft vereinen.

(Vivekananda)

 

 

Gute Menschen gleichen Sternen.

Sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.

Der Mensch, den wir liebten, ist nicht da, wo er war,

aber er ist überall, wo wir seiner gedenken.

 

 

„Statt viel Liebes zum Abschied erhoff´  ich mir einen großen Bahnhof zur Ankunft“, sagte ein wacher Mensch und meinte damit, er habe helle Aussichten für drüben.

Wie das Jenseits eingerichtet ist, das können wir uns immer nur mit unseren irdischen Maßstäben ausdenken.

Darum: Lass Dich überraschen!

Wenn Gott schon eine so grandiose Welt erschaffen hat, dann hat er mit uns noch viel vor.

Sonst wären wir doch nicht mit so viel Sehnsucht ausgestattet.

Diese Sehnsucht ist Versprechen. Das glaube ich fest.

( Traugott Giesen, Pfarrer auf Sylt i.R.)

 

 

Es ist gut, immer wieder Erinnerungen aufzusuchen,

mit anderen zusammen alte Geschichten auszugraben,

zu fragen: Weißt Du noch?

Bilder auszukramen…

Das ist gut…sich zu erinnern.

Und dankbar zu sein: 

für Schönes, Freundliches und auch Schmerzliches.

Erinnern hilft uns zu verstehen,

aus welcher Vergangenheit wir kommen,

und dann den Weg zu suchen,

der weiterführt.

( RN  31. März 2012)

 

 

Ich habe dich geliebt, schöne Erde.

Ich danke dir für alle Stunden reiner Freude,

für deine Sonnenuntergänge, für deinen Sternenhimmel,

für deine Frühlinge, deine Blumen, deine Wälder,

deine Meere, deine Berge.

Genossen habe ich die Freude an dir mit vollen Zügen!

Und wenn es noch schönere Erden gibt,

so warst du mir eine hohe Vorbereitung auf das Höhere.

( H. von Meysenburg)

 

 

Du weißt zur Stunde ihn an einem fernen Ort,

mit dem Verstand begreifst Du seine Ferne.

Du weißt, es liegen zwischen ihm und dir,

ein Himmel Sonne und ein Himmel Erde.

Und doch trittst du ans Fenster immerfort.

(Rainer Kunze)

 

 

„Hätten unsere Augen keine Tränen,

hätte unsere Seele keinen Regenbogen.“

( Indianisches Sprichwort)

 

 

 

Wenn ich 

im Glanz der Sonne 

dein Lächeln nicht sehe.

 

Wenn ich 

im Gesang der Vögel

deine Stimme nicht höre.

 

Wenn ich

im fallendem Regen

deine Tränen nicht sehe.

 

Wenn ich

in fremden Gesichtern

deines nicht suche.

 

Dann, erst dann,

bist du wirklich gestorben.

(RN 12.2.1999)

 

 

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast' ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben…
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr
- und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andren muss man leben! 

(Mascha Kaléko)

 

 

Es fragt uns keiner,
ob es uns gefällt,
ob wir das Leben lieben oder hassen,
wir kommen ungefragt auf diese Welt
und müssen sie auch ungefragt verlassen. 

(Mascha Kaléko)

 

 

Leben ist wie Schnee. Du kannst ihn nicht bewahren.
Trost ist,
dass Du da warst:
Stunden,
Monate,
Jahre.

(Herman van Veen)

 

 

Krankenpflege ist keine Ferienarbeit. Sie ist eine Kunst und fordert, wenn sie Kunst werden soll, eine ebenso große Hingabe, eine ebenso große Vorbereitung, wie das Werk eines Malers oder Bildhauers. Denn was bedeutet die Arbeit an toter Leinwand oder kaltem Marmor im Vergleich zu der am lebenden Körper, dem Tempel für den Geist Gottes?

(Florence Nightingale (1820–1910), britische Krankenpflegerin)

 

 

Trauer aushalten zu müssen,

welche nicht auszuhalten ist.

Weitergehen sollen,

obwohl die Kraft dazu fehlt.

Leere spüren, nichts als Leere,

obwohl du am Grabe des geliebten Menschen stehst.

( Naegeli: Tröstendes in schweren Tagen)

 

 

 

 

Von der Erde gegangen,

im Herzen geblieben.

 

 

 

Wenn ich tot bin, darfst Du gar nicht trauern.

Meine Liebe wird mich überdauern.

Und in fremden Kleidern Dir begegnen.

Und Dich segnen!

( J. Ringelnatz)

 

 

 

Über die Ewigkeit des Lebens

 

Wenn Dir jemand erzählt,

dass die Seele mit dem Körper

zusammen vergeht

und dass das, was einmal tot ist,

niemals wiederkommt, so sage ihm:

Die Blume geht zugrunde,

aber der Same bleibt zurück

und liegt vor uns geheimnisvoll,

wie die Ewigkeit des Lebens.

( Khalil Gibran)

 

 

zum Tode eines freundes

das beste,

was wir tun können:

wir können uns in Erinnerung rufen,

was wir an ihm hatten:

seine hoffnung und kraft,

seine güte und liebe,

seine freude und sehnsucht.

 

das beste,

was wir tun können:

wir können fortsetzen,

was er angestrebt hat.

aufnehmen, was er uns hinterlassen,

weitergeben, was wir an ihm hatten;

kämpfen für das, was ihm kostbar war.

 

das beste,

was wir tun können:

wir können hoffen

für ihn und für uns:

dass nichts vergeblich war,

weder sein tun noch sein hoffen;

dass gott ihm treu ist;

dass gott uns allen nahe ist,

er, der gott der lebenden.

(Text wurde der Hospizgruppe überlassen von Renate Ostrop)

 

 

 

 

 

 

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