Sich öffnen ins Leben

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Geschichten

Die Raupen und der Schmetterling

 

Die Raupen lebten ein unbeschwertes Leben. Sie aßen und schliefen, wie es ihnen behagte.

Wenn es regnete, krochen sie unter ein Blatt und wenn die Sonne schien, dann kamen sie aus ihrem Versteck heraus und sonnten sich.

Ihr Leben war behaglich und ohne Sorgen.

 

Nur eines beunruhigte sie: von Zeit zu Zeit verschwand immer wieder einer aus ihren Kreisen.

Sie wunderten sich, warum jemand so einfach fortging und niemals zurückkam.

 

So trafen sich die Freunde eines Tages und besprachen das Problem.

„Was ist nur mit unseren Freunden geschehen, warum haben sie uns verlassen?“ fragten sie sich. „Lasst uns einen Pakt machen, ein Versprechen, einen Vertrag. Der nächste, der aus irgendeinem Grunde fortgeht, soll zurückkommen und uns erzählen, was ihm zugestoßen ist.“

 

Alle Freunde waren sich darüber einig, sie würden nicht so einfach, ohne Erklärung verschwinden und ihre Freunde im Dunkeln darüber lassen, wohin sie gegangen sind.

Wenn es unbekannte Welten gab, dann wollten sie den anderen davon erzählen.

 

Jeder einzelne versprach, dass er ganz bestimmt zurückkommen würde.

 

Wieder war einer der Freunde verschwunden, aber alle waren beruhigt: „Er wird sein Versprechen einhalten.“

 

Sie warteten eine lange Zeit und fingen an, sich zu wundern, warum es so lange dauerte, bis der Freund mit den aufregenden Neuigkeiten zurückkäme.

 

Und während sie sich verlassen und betrogen fühlten, sahen sie den Schmetterling nicht, der über ihnen herschwebte und dessen Rufe sie nicht hören und dessen Sprache sie nicht verstehen konnten.

 

(unbekannter Verfasser)

 

 

 

Behalte die Gabel

 

Frau: „Und da gibt es noch eine sehr wichtige Sache, Herr Pastor! Ich will mit einer Gabel in der Hand begraben werden.“

 

Pastor: „Mit einer Gabel? Darf ich Sie fragen, warum?"

 

Frau: „Das kann ich Ihnen erklären. Ich war in meinem Leben zu vielen verschiedenen Abendessen eingeladen. Und ich habe immer die Gänge am liebsten gemocht, bei denen diejenigen, die abserviert haben, gesagt haben: Die Gabel kannst du behalten. Da wusste ich, dass noch etwas Besseres kommen würde. Nicht nur Eis oder Pudding, sondern etwas Richtiges, Rouladen mit dunkler Soße oder etwas Ähnliches.

Ich will, dass die Leute auf mich schauen, wenn ich da in meinem Sarg liege mit einer Gabel in der Hand. Da werden sie sich fragen:

Was hat es denn mit der Gabel auf sich?

Und dann können Sie ihnen erklären, was ich gesagt habe. Und dann grüßen Sie sie und sagen ihnen, dass sie auch die Gabel behalten sollen.

Es kommt noch etwas Besseres!“

 

(Kristina Reftel)

 



Ein
Grab kann helfen



Für viele Menschen ist der Gang zum
Friedhof verbunden mit lästigen Pflichten. Die Pflanzen müssen gepflegt, der
Grabstein gereinigt werden, das Laub der großen Bäume muss entfernt werden und
schon wieder hat jemand etwas von der Grabstätte gestohlen. Bei allem Aufwand
und Ärger sollten wir aber nicht vergessen, dass eine Grabstätte auch eine
heilsame, kraftspendende und hilfreiche Wirkung auf unser Leben haben kann.



Immer wieder ist zu hören: „Ich will meinen Angehörigen nicht zur Last fallen
und möchte deshalb anonym bestattet werden." Sind unsere Toten nur Last?
Wie wenig achtet sich ein Mensch selbst, um diesen Satz zu sagen!



Die Grabstätte ist wichtig, nicht nur für die nachfolgenden Generationen,
sondern auch für Freunde und Nachbarn. Sie hält die Erinnerung an den
Verstorbenen wach und hilft, mit der Trauer besser weiterleben zu können.



Es gibt in unserer christlich geprägten Kultur zwar Begräbnisse und Friedhöfe,
aber kaum Riten, die einem zeigen, was man im Alltag am Grab tun kann, um die
positiven Wirkungen einer Grabstätte für sich zu erfahren. Hier ein paar
einfache Hilfen um diese Wirkungen erleben zu können.



- Nutzen Sie den Weg zum Friedhof, dem Ort, der vom Alltagsleben abgeschieden
ist, und lassen Sie die Alltagssorgen hinter sich. Der Friedhof ist ein
besonderer Ort eine Art räumliche Auszeit, der den Toten Ruhe und Frieden
schenkt.



- Die größte Wirkung hat ein Besuch am Grab, wenn Sie allein hingehen und sich
ganz auf ihre Gedanken einlassen können. Erinnern Sie sich vor allem an das Gute,
das der Tote Ihnen hinterlassen hat. Wenn Sie in Begleitung hingehen,
unterhalten Sie sich über den Toten und sprechen Sie gemeinsam über ihre guten
und evtl. auch schwierigen Erinnerungen.



- Bringen Sie etwas mit zum Grab - vielleicht eine Blume oder ein Gesteck.
Gestalten und pflegen sie das Grab nach Ihren Vorstellungen - ein letzter
Dienst an dem Verstorbenen. Dies schafft eine Verbindung zwischen der Welt der
Toten und der Welt der Lebenden. Sie geben dem Toten damit einen guten Platz in
Ihrem Herzen. Wenn die Pflege einer Grabstätte sehr viel Mühe macht, gestalten
Sie Ihre Grabstätte doch neu, so dass weniger Pflegeaufwand erforderlich ist.

- Nicht die Dauer des Friedhofsaufenthalts ist entscheidend. Auch ein kurzer
Besuch am Grab kann eine gute Wirkung haben. Sprechen Sie ein Gebet am Grab und
stellen Sie sich vor, dass die Pflanzen und der Grabstein auch ein Gebet sind.
Sollten dabei Tränen fließen, ist das gut, denn Tränen haben eine heilende
Wirkung in Ihrer Trauer. Wünschen Sie dem Toten alles Gute, wenn Sie den
Friedhof wieder verlassen. Und sagen Sie sich: ,,Auch mit mir soll es gut
weitergehen."



- Besuchen Sie auch das Grab eines Menschen, der Sie verärgert, enttäuscht oder
gekränkt hat, davon kann eine heilende Wirkung für Sie und ihre Familie
ausgehen.



- Lassen Sie die Toten bewusst zurück, wenn sie vom Grab weggehen. Die Toten
dürfen auf dem Friedhof bleiben „Es darf vorbei sein". Wenn Sie das
spüren, hat der Tote seinen Frieden. Genießen Sie es, langsam wieder in Ihren
Alltag zurückkehren zu können. Freuen Sie sich über Ihr Leben. So kann der
Besuch an einem Grab von einer lästigen Pflicht zu einer guten Kraftquelle
werden.



Viele Menschen sind bemüht, ihren Verlust schnell hinter sich zu bringen und
weiterzugehen, um über die Trauer hinwegzukommen. Wenn aber eine wichtige
Person stirbt, hinterlässt der Tod eine Leere im Leben derer, die
zurückbleiben. Das Leben ist niemals wieder so, wie es vorher war. Dies
bedeutet nicht, dass man im Leben nie mehr glücklich sein oder dass die
Erfahrung des Verlustes sich nicht in etwas Positives umwandeln kann, aber
Trauer hat keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende. Trauer verändert sich mit
der Zeit. Sie kann schwächer werden und andere Formen annehmen, ganz
verschwindet sie nie.



 

 

 

 

 

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